Das Gastgewerbe in Deutschland hat nach Angabe des Statistischen Bundesamtes (Originalwerte) im Januar 2026 real (preisbereinigt) -4,4% und nominal +2,6% umgesetzt als im Januar 2025. Gegenüber dem Vorkrisenmonat Januar 2020 betrug der Umsatz real -19,2% (nominal +10,1%).
Unsere Einordnung:
Das Gastgewerbe ist geschwächt ins neue Jahr gestartet. Im Januar 2026 musste die Branche sowohl im Vorjahresvergleich als auch im Vergleich zum Vorkrisenmonat Januar 2020 deutliche reale Umsatzverluste hinnehmen. Besonders betroffen ist das Gaststättengewerbe. Die Branche leidet weiterhin unter der gesamtwirtschaftlichen Schwäche und der Konsumzurückhaltung der Gäste.
Zusätzliche Belastungen und Unsicherheiten ergeben sich aktuell durch den Iran-Konflikt: Steigende Ölpreise erhöhen die Kosten für Benzin, Heizöl und Gas und verteuern damit Transport- und Produktionsprozesse. Zugleich mindern höhere Energieausgaben die Kaufkraft der Verbraucher, was sich auch negativ auf die Nachfrage im Gastgewerbe auswirken kann. Je länger der Konflikt andauert, desto größer wird das Risiko für einen Rückschlag bei der erwarteten konjunkturellen Erholung in der Gesamtwirtschaft in diesem Jahr.
Umso entscheidender ist es für unsere Branche, die im Koalitionsvertrag angekündigten Maßnahmen nun zügig umzusetzen. Im Mittelpunkt stehen dabei eine stärkere Flexibilisierung der Arbeitszeiten im Einklang mit der EU-Richtlinie, ein wirksamer Abbau bürokratischer Hürden sowie gezielte steuerliche Entlastungen und Investitionsanreize insbesondere für mittelständische Unternehmen.



