Was Berlin wesentlich ausmacht, ist seine Kultur. Viele Menschen leben von ihr. Noch mehr Menschen messen ihre Lebensqualität auch an den kulturellen Angeboten der Stadt, und viele kommen wegen dieser Angebote oder der Möglichkeit, in der und für die Kultur zu arbeiten, nach Berlin.
Wir werden uns dafür einsetzen, dass der Kulturhaushalt (der kleinste Einzelhaushalt), den die Koalition auf unter zwei Prozent des Gesamthaushalts gespart hat, langfristig drei Prozent des gesamten Haushaltsvolumens umfasst. Kurzfristig streben wir eine Erhöhung auf 2,5 Prozent an. Tatsächlich wird ein Teil dieser Steigerung dafür gebraucht, steigende Kosten (Inflation, Energie, Mieten) aufzufangen. Trotzdem wird sich dadurch auch etwas mehr Gestaltungsspielraum ergeben, um die soziale Absicherung von Künstler*innen zu gewährleisten, ehrenamtliches kulturelles Engagement zu fördern, Räume für kulturelle Betätigung und Teilhabe auszuweiten, dritte Orte zu stärken und auszubauen. Kultur ist für DIE LINKE kein Luxus, kein nice to have, sondern Ausdruck von Freiheit und Motor gesellschaftlicher Veränderungen.
Wir werden uns dafür einsetzen, dass der Hauptstadtkulturfonds aufgestockt wird, denn Kultur ist ein zentraler Standortfaktor und der Ruf der Hauptstadt hängt maßgeblich davon ab, mit welchem kulturellen Angebot Berlin aufwarten kann.
Wir wissen durch die Studien des Instituts für kulturelle Teilhabeforschung und sein Forschungsprojekt „Kultur als Standortfaktor in Berlin“, wie stark Kultur als Motor wirkt. Es gibt messbare und beachtliche wirtschaftliche
Effekte sowie indirekte ökonomische Effekte. Über Umwege fließt Geld zurück, weil Kulturbesucher*innen in Restaurants essen, in Hotels übernachten, andere Dienstleistungen nutzen, einen Berlin-Besuch für ein Kulturerlebnis mit der Nutzung des Einzelhandels verbinden. Das IkTF geht davon aus, dass jeder in die Kultur investierte Euro so das 3,5fache generiert.
Für uns ist mindestens genauso wichtig, welchen Beitrag Kultur zur Lebensqualität, für gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie leistet. Denn auch Berlinerinnen und Berliner verbinden und kombinieren ein kulturelles Erlebnis häufig zum Beispiel mit dem Besuch eines Restaurants, eines Clubs, einer Bar. Hinzu kommt, dass Kultur Arbeitsplätze schafft, Künstler*innen eine Existenzgrundlage ermöglicht. Das alles ist miteinander verwoben und lässt sich nicht voneinander trennen. Wir sagen, wer an der Kultur spart, hat es zugleich mit negativen wirtschaftlichen Folgeeffekten zu tun.
Die Berliner Clubkultur gehört zur DNA dieser Stadt. Clubs sind Schutzräume für Communities, Orte kultureller Innovation und Teil des internationalen Ansehens Berlins. Viele stehen durch steigende Gewerbemieten und Verdrängungsdruck vor dem Aus.
Wir wollen alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um Clubs vor Verdrängung zu schützen. Auf Bundesebene setzen wir uns für einen Mietendeckel für Gewerbe, besseren Kündigungsschutz und die Verankerung von Clubs als Kultureinrichtungen im Baugesetzbuch sowie eine Lärmschutz-Reform ein.