Sieben Berliner Betriebe beweisen, dass gute Ausbildungsgualität in der Lehre zum Selbstverständnis gehören kann: mit TOP-Ausbildungsbetrieb-Siegel
Zwei Häuser der Living Hotels feiern ihre Premiere als Berliner TOP-Ausbildungsbetrieb, fünf weitere Berliner Häuser haben ihr Qualitätssiegel erneuert. Die Auszeichnung steht für besonderes Engagement in der Ausbildung und verlässliche Standards für den Nachwuchs. Bewertet wird von denen, die es am besten wissen: den Auszubildenden selbst. Hier geben wir Einblicke, wie gute Ausbildung gelingt.
Sieben Betriebe, eine Empfehlung: Mitmachen!
Ob Premiere oder Rezertifizierung: Alle sechs Betriebe raten anderen Häusern zur Teilnahme. Ihr gemeinsamer Tipp: die Auszubildenden früh einbeziehen, transparent informieren, ihnen zuhören und ihre Rückmeldungen ernst nehmen. „Seien Sie offen und authentisch“, empfiehlt Florian Buttgereit. Denn: „Beide Seiten können nur davon profitieren.“ Stephan Wachsmuth rät: „Machen Sie es nicht für das Siegel an der Wand, sondern für den Blick von innen.“ Die Zertifizierung zeige ungeschönt, wie die eigene Ausbildung bei den jungen Leuten ankommt, „und das ist unbezahlbar“. Auch ohne Siegel lohnt sich der Weg: Laut Sophia Pfundstein weiß man durch die Auswertung relativ genau, wo mögliche Schwachpunkte liegen, und kann sie gezielt angehen. Wer Feedback annimmt und Verantwortung überträgt, gewinnt bessere Ausbildungsqualität, eine glaubwürdige Botschaft an Bewerberinnen und Bewerber und möglicherweise eine langfristige Zusammenarbeit.
Living Hotels: Premiere mit Anspruch
Erstmals zertifiziert sind das Living Hotel Großer Kurfürst und das Living Hotel Weißensee. Die familiengeführte Gruppe bildet in 13 ihrer 18 Hotels aus, knapp 90 Auszubildende lernen derzeit gruppenweit. „Die Auszeichnung zum TOP-Ausbildungsbetrieb bedeutet uns viel, da wir so die Bestätigung direkt von unseren Auszubildenden erhalten, dass wir insgesamt eine gute Ausbildung anbieten“, sagt Sophia Pfundstein, überregionale Ausbildungsleiterin. Ihr Prinzip: „Fordern und Fördern.“ Wie das aussieht, zeigt das jährliche „Azubi-Hotel“: 13 bis 15 Auszubildende führen sechs Wochen lang eigenständig das Living Hotel Berlin Mitte. Das Siegel ist für Pfundstein auch eine Chance, besser zu werden: „Manchmal plant man vielleicht an den Wünschen und Bedürfnissen der jungen Menschen vorbei.“
Hotel Adlon Kempinski: 83 Azubis, viele Wege
Von Küche und Konditorei über Hotelfach bis zu IT und Elektrotechnik: Im Adlon lernen derzeit 83 junge Menschen in ganz unterschiedlichen Berufen. Praktische Erfahrung, persönliche Betreuung und eigene Verantwortung wecken die Freude am Beruf. „Wir möchten ihnen von Beginn an vermitteln, dass sie ein wichtiger Teil unseres Teams sind“, erklärt Melina Wischmann. Die erneute Auszeichnung ist für sie „ein ganz besonderes Kompliment“, denn die Auszubildenden können am besten beurteilen, wie sie ihre Ausbildung erleben. Ihr Feedback ist zugleich Anstoß, die Qualität weiterzuentwickeln.
AXICA: Teamwork von Tag eins
Im AXICA Kongress- und Tagungszentrum am Brandenburger Tor gehört Ausbildung zum Veranstaltungsalltag. Wer früh Verantwortung übernimmt, verschiedene Aufgaben kennenlernt und eigene Ideen einbringt, entwickelt Freude am Beruf und kann sich bei Fragen auf Unterstützung verlassen. „So lernen sie von Anfang an, dass die Veranstaltungsbranche nur im Teamwork funktioniert“, sagt Florian Buttgereit, Leiter Personalwesen. Das Siegel ist für ihn Bestätigung und Ansporn zugleich, „für unser Engagement in der Ausbildung, die uns als Team stolz macht.“
centrovital Berlin: Das Niveau halten
Zwölf junge Menschen lernen im centrovital in vier Berufen: Hotelfach, Küche, Kosmetik und Fitness. Hoteldirektor Stephan Wachsmuth versteht die Rezertifizierung als Anerkennung für die Ausbilderinnen und Ausbilder, die sich neben dem laufenden Betrieb jeden Tag Zeit für die jungen Leute nehmen. Und als Auftrag: „Das Niveau zu halten ist anspruchsvoller, als es einmal zu erreichen.“ Die anonyme Azubi-Befragung half dabei: „Der Prozess war für uns weniger Prüfung als ehrlicher Spiegel.“ Kritik zählt im Haus so viel wie Lob. Wenn Azubis sehen, dass ihr Feedback etwas bewirkt, beteiligen sie sich gern.
Mercure Hotel Checkpoint Charlie: Auch Ausbilder lernen dazu
Drei angehende Hotelfachleute lernen im Mercure. Viele kommen direkt von der Schule und müssen sich erst an den Berufsalltag gewöhnen. Für General Manager Jessica Matschke gehört das dazu: „Jeder von uns hat einmal klein angefangen und erst nach und nach gelernt, worauf es im Berufsalltag ankam.“ Bei der Rezertifizierung brachten die Azubis ihre Erfahrungen und Ideen ein, weil sie wissen, dass ihre Meinung zählt. Matschkes Fazit: „Wir haben gemerkt, dass nicht nur die Azubis von uns lernen, sondern auch wir durch ihre Sichtweisen und Ideen.“
Hotel Palace Berlin: Die richtige Ausbildung
35 junge Menschen lernen im Palace in sieben Berufen, von Hotel- und Restaurantfach über Küche und Floristik bis zu Hauswirtschaft und Veranstaltungsmanagement. Das Siegel basiert auf dem Urteil der eigenen Azubis und zeigt, ob die Versprechen aus Bewerbungsgesprächen und auf Ausbildungsmessen im Alltag eingelöst werden. Der Anspruch des Hauses: „Wir machen nicht nur eine gute Ausbildung, wir machen die richtige.“ Dafür sorgen abwechslungsreiche Aufgaben, Wettbewerbe wie die „Küchenschlacht“, eine offene Feedback-Kultur und ein internationales Publikum. Die Rezertifizierung ist für das Team mehr als ein Marketinginstrument: eine Qualitätsprüfung.
TOP-Ausbildungsbetrieb: Das DEHOGA-Qualitätssiegel
- Erste bundesweite einheitliche Zertifizierung der Ausbildungsqualität im Gastgewerbe (seit 2020)
- Verpflichtung auf zwölf Leitsätze für hochwertige Ausbildung
- Anonyme Azubi-Befragung als Kern der Prüfung
- Gültig drei Jahre, danach Re-Zertifizierung
- Infos: www.topausbildung.de
Kontakt
Juliane Schoenau, Leiterin Aus- und Weiterbildung
T +49 30 31804820
E seminare.dehoga-berlin.de



