Der Große Vorstand des Deutschen Hotellerie- und Gastronomieverbandes (DEHOGA Bundesverband) fordert die Bundesregierung auf, Minijobs attraktiv und bezahlbar zu halten und die im Koalitionsvertrag vereinbarte Wochenarbeitszeit endlich umzusetzen. Das Spitzengremium des Verbandes mit Vertretern der DEHOGA-Landesverbände, Fachverbände und Fachabteilungen hat dazu am Mittwoch in Rostock einstimmig einen Beschluss gefasst.
„Der Handlungsdruck wächst. Seit einem Jahr warten die Betriebe auf die Umsetzung zentraler wirtschaftspolitischer Zusagen der Bundesregierung – während sich die Situation vieler Betriebe dramatisch zuspitzt. Die Menschen erwarten zu Recht, dass Zusagen eingehalten und Probleme gelöst werden“, sagt DEHOGA-Präsident Guido Zöllick. „Wer Vertrauen zurückgewinnen will, muss jetzt liefern.“
1. Minijobs attraktiv erhalten – weitere Verteuerungen stoppen
Minijobs müssen attraktiv erhalten und dürfen nicht weiter verteuert werden. Rund sieben Millionen Menschen wählen diese Beschäftigung bewusst. 95 Prozent von ihnen gehen einer Hauptbeschäftigung nach, sind Schüler, Studenten oder Rentner. Die diskutierten und teilweise bereits beschlossenen Verteuerungen der Minijobs führen zu einer faktischen Abschaffung der Minijobs.
Laut Daten der Minijob-Zentrale kommt nur für 5,3 Prozent ein Wechsel in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung infrage. Für das Gastgewerbe sind Minijobs besonders wichtig, um Arbeit am Abend, am Wochenende und bei Veranstaltungen zu ermöglichen. Der DEHOGA warnt vor der kumulierten Wirkung bereits beschlossener und geplanter Belastungen. Nach Berechnungen des Verbandes könnten die Arbeitgeberabgaben für gewerbliche Minijobs von derzeit 31,17 auf bis zu 42,27 Prozent des Lohns steigen. In der Summe droht damit die faktische Abschaffung des Minijobs in seiner heutigen Form.
2. Wochenarbeitszeit umgehend umsetzen
Gleichzeitig fordert der Große Vorstand: „Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Wochenarbeitszeit ist umgehend umzusetzen – und zwar im Sinne des Koalitionsvertrages.“
„Es geht gerade jetzt darum, Anreize für die Fleißigen zu setzen und die Extrameile zuzulassen“, heißt es in dem Beschluss. Wer Einsatz und Leistung fördern wolle, dürfe zusätzliche Arbeit nicht immer teurer machen. Minijobs müssten für Beschäftigte attraktiv und für Betriebe bezahlbar bleiben. Und wer an einzelnen Tagen mehr arbeiten möchte, um dafür an anderen weniger zu arbeiten oder frei zu haben, brauche die versprochene Flexibilität bei der Arbeitszeit.
Der Große Vorstand appelliert deshalb an die Bundesregierung, jetzt die richtigen Weichen zu stellen: Minijobs attraktiv und bezahlbar halten, zusätzliche Belastungen stoppen und die Wochenarbeitszeit zügig auf den Weg bringen.
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