Das Abgeordnetenhaus von Berlin hat heute die Einführung einer Ausbildungsplatzumlage beschlossen. Trotz erheblicher Bedenken und Kritik aus der Berliner Wirtschaft – darunter auch vom DEHOGA Berlin – hält die Landesregierung an diesem Instrument fest. Diese Entscheidung belastet die Unternehmen zusätzlich in einer ohnehin angespannten wirtschaftlichen Lage und sendet ein problematisches Signal für den Wirtschaftsstandort Berlin.
SPD und andere Parteien verfolgen die Einführung einer Ausbildungsplatzumlage bereits seit Langem – auch auf Wunsch der Gewerkschaften. Im Koalitionsvertrag von CDU und SPD wurde sie an die Bedingung geknüpft, dass sie nur dann umgesetzt wird, wenn es nicht gelingt, über das Bündnis für Ausbildung 2.000 zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen.
Aus Sicht der Wirtschaft ist die Umlage jedoch kein geeignetes Instrument zur Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze. Das Bündnis für Ausbildung hat vielmehr gezeigt, dass Fortschritte auch ohne Umlagesystem möglich sind: Rund 1.300 zusätzliche Ausbildungsverträge konnten erreicht werden – und das trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.
Kritisch ist zudem, dass der Gesetzentwurf vorgelegt wurde, ohne die Ergebnisse des Bündnisses abschließend auszuwerten. Gleichzeitig berücksichtigt die Umlage weder die tatsächliche Nachfrage nach Ausbildungsplätzen noch die wirtschaftliche Situation vieler Betriebe ausreichend. Stattdessen entstehen neue Verwaltungsstrukturen und zusätzliche Kosten, die mittelbar auch Verbraucherinnen und Verbraucher betreffen können.
Gerade vor dem Hintergrund aktueller geopolitischer Unsicherheiten und weiterer wirtschaftspolitischer Herausforderungen wäre es wichtig gewesen, Unternehmen zu entlasten statt neuer Abgaben einzuführen.
Gemeinsam mit den Berliner Wirtschaftsverbänden – darunter IHK Berlin, HWK, UVB, Handelsverband Berlin-Brandenburg, Freie Berufe, Fachgemeinschaft Bau und SIBB – spricht sich der DEHOGA Berlin weiterhin klar gegen eine allgemeine Ausbildungsplatzumlage aus.
Statt zusätzlicher Verpflichtungssysteme braucht es Maßnahmen, die mehr junge Menschen für eine Ausbildung gewinnen und bestehende Matching-Probleme zwischen Betrieben und Bewerberinnen und Bewerbern verringern.
Berlin braucht eine starke Ausbildung. Dafür braucht es Zusammenarbeit – keine weiteren Belastungen und erst recht keine Umlage.
Link: Pressmitteilung der Wirtschaftsverbände vom 20.03.2026 und https://www.ausbildung-statt-abgabe.berlin/



