Wenn im Betrieb plötzlich Handlungsdruck entsteht, zählt jede Minute. Genau hier setzt die neue oneDEHOGA-App an.
Herr Dr. Geppert, Herr Buchhorn – Sie sind als DEHOGA-Hauptgeschäftsführer bekannt. Nun stehen Sie auch für die neue oneDEHOGA GmbH. Wofür steht oneDEHOGA?
Dr. Thomas Geppert: Ganz praktisch: Wir wollen unseren Betrieben das Leben leichter machen. Der DEHOGA bietet seit Jahren fundierte Informationen, Hilfestellungen und Services. Im Alltag fehlt aber oft die Zeit, sich durch viele Kanäle zu klicken – gerade, wenn plötzlich Fragen auftauchen. Wir haben daher ein schlankes, zeitgemäßes Tool entwickelt, das schnell Orientierung und konkrete Arbeitshilfen liefert. Die oneDEHOGA GmbH wurde gemeinsam von 15 Landesverbänden und dem DEHOGA Bundesverband gegründet – als professionelle Organisationsform für Entwicklung und Betrieb.
Gerrit Buchhorn: „one“ bedeutet zweierlei: Wir sind eine DEHOGA-Familie – gemeinsam stärker. Und perspektivisch soll die App alles bündeln, was man im Tagesgeschäft braucht: Wissen, Kommunikation, Services und Mehrwerte.
Viele denken bei „noch einer App“: Braucht es das wirklich?
Dr. Thomas Geppert: Es ist keine „Website in klein“. Es ist ein neuer Einstieg in Kommunikation und Zusammenarbeit – auch zwischen Landesverbänden. Zum Start gibt es drei Kernfunktionen: einen individualisierbaren Newsfeed (statt Gießkannenprinzip), eine schnelle, direkte Kommunikation – und als Herzstück eine 24/7-KI-Chat. Per Text oder Sprache stellen Betriebe eine Frage und erhalten unmittelbar eine Antwort aus der verifizierten Wissenswelt des DEHOGA.
Gerrit Buchhorn: Wir ersetzen keine persönliche Beratung, sondern ergänzen für eine schnellere Hilfestellung.
„Wir setzen nicht auf beliebige, offene Quellen, sondern auf eine geschlossene, DEHOGA-eigene Wissensdatenbank. Alles, was dort hinterlegt ist, wird von unseren Fachleuten geprüft, getestet und branchenspezifisch aufbereitet”.
KI macht vielen Hoffnung – und zugleich Sorgen. Wie belastbar sind die Antworten?
Dr. Thomas Geppert: Genau wegen dieser Bedenken gehen wir den DEHOGA-Weg: geprüfte Inhalte, keine unkontrollierten Quellen. So reduzieren wir das Risiko von falschen oder „halluzinierten“ Antworten deutlich.
Gerrit Buchhorn: Und der Unterschied zu allgemeinen KI-Tools ist spürbar: Im Idealfall erhalten Nutzer nicht nur eine gute Erklärung, sondern werden direkt zu passenden Checklisten, Vorlagen, passenden Ansprechpartnern oder PDFs geführt – also zu dem, was im Betrieb wirklich weiterhilft.
Ihr Slogan lautet „Endlich wieder entspannt Gastgeber sein“. Was heißt das konkret?
Dr. Thomas Geppert: Im Arbeitsalltag wachsen Vorgaben und akute Fragen. Wenn ich verlässliche Informationen in Sekunden finde – auch außerhalb der Geschäftszeiten – spare ich Zeit und Nerven. Das hilft, wieder mehr das zu tun, wofür wir alle angetreten sind: Gastgeben statt Endlos-Recherche.
Können Sie ein typisches Szenario nennen, bei dem die App unterstützt?
Gerrit Buchhorn: Nehmen wir eine Stresssituation wie einen ungeplanten Stromausfall oder eine kurzfristige behördliche Nachfrage. Dann muss es schnell gehen – und Unterlagen sind nicht immer griffbereit. In der App fragt man: „Welche Schritte sind jetzt notwendig?“ und bekommt eine strukturierte Antwort samt passenden Dokumenten.
Woher kommen die Inhalte – und wie ist der Datenschutz geregelt?
Gerrit Buchhorn: Die Verantwortung für die Inhalte liegt bei den jeweiligen Landesverbänden. Die Inhalte werden – wo sinnvoll gemeinsam mit dem Bundesverband – bereitgestellt und gepflegt. „one“ bedeutet auch: Wissen wird geteilt, nicht doppelt produziert. Gleichzeitig entscheidet jeder Verband selbst, welche Inhalte seinen Mitgliedern ausgespielt werden.
Dr. Thomas Geppert: Das Thema Datenschutz ist sauber aufgesetzt. Die App ist exklusiv für Mitglieder, Zugang und Nutzung erfolgen kontrolliert. Es geht nicht darum, Daten zu sammeln, sondern den Zugang zu verlässlichem Wissen und Services zu erleichtern.
Die App wird perspektivisch weiterentwickelt – worauf dürfen sich Betriebe freuen?
Dr. Thomas Geppert: Wir entwickeln Schritt für Schritt, entlang dessen, was im Alltag der Betriebe wirklich hilft. Priorisiert ist die Anbindung der Mitarbeitenden – auch, um eine deutlich größere Benefit-Welt zugänglich zu machen. In Zeiten von Fachkräftemangel kann das ein echter Hebel für Mitarbeiterbindung sein. Weitere Optionen sind Mehrsprachigkeit oder das Hochladen von Dokumenten, um erste Schritte zu strukturieren.
Gerrit Buchhorn: In der Ausbaustufe kann jeder Betrieb Angebote einstellen, die andere Mitgliedsbetriebe und deren Mitarbeitende nutzen können. Damit wird die App quasi zu einem brancheninternen Marketinginstrument. Wie Thomas bereits angedeutet hat, ist die App die Grundlage für viele weitere spannende Möglichkeiten.
Zum Schluss: Was möchten Sie Ihren Mitgliedern mitgeben?
Dr. Thomas Geppert: Ich bin stolz, dass wir diesen Schritt als DEHOGA-Familie gemeinsam gehen. Die App muss nicht perfekt sein – sie soll sofort helfen und konsequent besser werden. Mein Wunsch an die Mitglieder: Einfach ausprobieren.
Gerrit Buchhorn: Nutzung, Feedback, Weiterentwicklung – das ist jetzt entscheidend. Wer Ideen hat, soll sie einbringen. So entsteht ein Werkzeugkasten, der den Alltag in unseren Betrieben spürbar leichter macht.
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